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Krieg, Präsidenten-Stories, Gibt es den Weihnachtsmann?,
Die Granate,

 


Seit dem Jahre 3600 v. Chr. bis heute fanden insgesamt
14516 Kriege statt. Dabei gab
es drei Milliarden 64 Millionen Tote.
Nur 292 dieser rund 5600 Jahre waren ohne Krieg.
Vom Jahre 650 v. Chr. bis heute
gab es 1656 Versuche
durch Wettrüsten den Frieden zu bewahren.
Sie führten 1640 mal zum Krieg.


Präsidenten-Stories:

Abraham Lincoln wurde 1846 in den Kongreß gewählt.
John F. Kennedy wurde 1946 in den Kongreß gewählt.
Abraham Lincoln wurde 1860 zum Präsident gewählt.
John F. Kennedy wurde 1960 zum Präsident gewählt.
Die Namen Lincoln und Kennedy bestehen beide aus 7 Buchstaben.
Beide beschäftigten sich teilweise mit Bürgerrechten.
Ihre beiden Ehefrauen verloren ihre Kinder, während sie im Weißen Haus lebten.
Beide Präsidenten wurden an einem Freitag erschossen.
Beiden wurde in den Kopf geschossen.
Lincolns Sekretärin hieß Kennedy.
Kennedys Sekretärin hieß Lincoln.
Beide wurden von Leuten aus dem Süden erschossen.
Beider Nachfolger waren aus dem Süden.
Beide Nachfolger hießen Johnson.
Andrew Johnson, Lincolns Nachfolger, wurde 1808 geboren.
Lyndon Johnson, Kennedys Nachfolger, wurde 1908 geboren.
John Wilkes Booth, Lincolns Mörder, wurde 1839 geboren.
Lee Harvey Osswald, Kennedys Mörder, wurde 1939 geboren.
Beide Attentäter hatte drei Namen.
Lincoln wurde im "Kennedy"-Theater erschossen.
Kennedy wurde in einem Auto, das "Lincoln" hieß, erschossen.
Booth flüchtete aus einem Theater und wurde in einem Lagerhaus gefangen.
Oswald flüchtete aus einem Lagerhaus und wurde in einem Theater gefangen.
Booth und Oswald wurden vor ihren Prozessen ermordet.
AND HERE´S THE KICKER....
Eine Woche bevor Lincoln erschossen wurde, war er in Monroe, Maryland.
Eine Woche bevor Kennedy erschossen wurde, war er in Marilyn Monroe....

(ZYN - Das Satiremagazin)

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Gibt es den Weihnachtsmann?

1.Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. ABER es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei haupsächlich Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat.

2.Es gibt 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. ABER da der Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 % der Gesamtzahl - 378 Millionen Kinder (laut Volkszählungsbüro). Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, daß in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.

3.Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch erscheint). Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde. Somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit: Parken, aus dem Schlitten springen, den Schornstein runterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen, alle übriggebliebenen Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder raufklettern und zum nächsten Haus fliegen. Angenommen, daß jeder dieser 91,8 Millionen Stops gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt sind (was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage akzeptieren wir dies), erhalten wir nunmehr 1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet die Unterbrechungen
für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muß, plus Essen usw.

Das bedeutet, daß der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt, also der 3.000-fachen Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich: das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde, der Ulysses Space Probe, fährt mit lächerlichen 43,8 km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro STUNDE.

4.Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Effekt. Angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (etwa 1 kg), dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen, nicht gerechnet den Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird.

Ein gewöhnliches Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, daß ein "fliegendes Rentier" (siehe Punkt 1) das ZEHNFACHE normale Gewicht ziehen kann, braucht man für den Schlitten nicht acht oder vielleicht neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere. Das erhöht das Gewicht - den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet - auf 410.400 Tonnen. Nochmals zum Vergleich: das ist mehr als das vierfache Gewicht der Queen Elizabeth.

5.410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand - dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Rentiere muß dadurch 16,6 TRILLIONEN Joule Energie absorbieren. Pro Sekunde. Jedes. Anders ausgedrückt: sie werden praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das nächste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt.

Das gesamte Team von Rentieren wird innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann (was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein muß) würde an das Ende seines Schlittens genagelt - mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.

Damit kommen wir zu dem Schluß: WENN der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht hat, ist er heute tot.

(ZYN - Das Satiremagazin)

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Literarisches zum Nachdenken


Anna Seghers

Die Granate

Ein Mann, namens Anton Schulz, der Soldat in der Hitlerarmee vom ersten Tag bis zum letzten gewesen war, an dem er schließlich doch noch gefangengenommen wurde, kam endlich nach vielen Jahren gesund nach Hause.
Er fand seine Frau gesund wieder und seine drei kleinen Söhne: er wollte ihnen der beste Vater sein, und wurde es auch. Frau Schulz hatte all die schweren Jahre durch ihre Klugheit, Herzensruhe und Arbeitskraft mitsamt den Kindern gut überstanden. Sie gebar jetzt im Frieden ihr viertes Kind. Der Mann war wieder Landarbeiter wie vor dem Krieg, er war wieder überall beliebt, er galt in der Gemeinde und auf den Versammlungen als ein vernünftiger und zurückhaltender Mensch. Und seine Frau fand, dass sich letzten Endes, trotz allen bereits überstandenen Ungemachs seine Meinung bewahrheitete, die er verlauten ließ, seit sie ihn kannte, in der Weimarer Republik, in der Hitlerzeit, in der Demokratischen Republik: nur immer die aufgetragene Pflicht erfüllen, sich niemals bemerkbar machen. Ihr schien es selbst, die Granaten hätten ihn deshalb verschont, obwohl sie haarscharf an ihm explodiert waren. Ihr schien es, gar nichts tun sei genug getan. Ihr schien es, was ihr nicht passiert war, sei gar nicht passiert.
Im letzten Frühjahr spielten ihre drei Jungen an ihrem Lieblingsort, einem Sandbruch. Die kühle Sonne stand wie der Friede selbst über dem Land. Es hatte geregnet. Es sprosste so regelmäßig und rasch wie der Kuckuck rief. Die Jungen stießen beim Spielen auf Munition, die Soldaten vor Jahren vergraben hatten. Das Dorf war starr vor Entsetzen, als sie von einer Granate zerfetzt wurden. Die junge Frau Schulz saß stumm vor Verzweiflung inmitten der Bäuerinnen, die gar keinen Trost wussten, und sie hatte auch nichts mehr in der Brust für das jüngste Kind, das ihr geblieben war. Eine sagte: »Das ist die Vorsehung.« Eine andere sagte: »Das ist das Schicksal.« Die alte Frau Schulz sagte: »Warum war Krieg?«
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(Diese Geschichte ist noch nie in einem Buch publiziert worden)

(aus Neues Deutschland, 20./21. November 1999)

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